Ist es nur ein bunter Ausrutscher zwischen all den schwarzweißen Arbeiten oder der Beginn einer höchst farbfröhlichen Affaire? Man wird sehen: Ein großformatiges Werk, das müller nicht nur im Schweiße seines Angesichts sondern auch im Wettlauf mit den Coronamutationen erschuf, also gemacht hat – gemalt und gezeichnet.

Sehen Sie nur! Bleistift und Acryl auf Sperrholz, 2,50 x 1,60 m, 2021

Bringt das metaphernreiche Werk nicht die gesellschaftliche Brisanz der aktuellen Lockdown-Situation im Allgemeinen und die Lage freischaffender, soloselbständiger Künstler, ja der gesamten Kunst- und Kulturwelt zu Beginn der 20er Jahre des 21. Jahrhunderts, sowie die Unverzichtbarkeit künstlerischer Produktion für die Gesellschaft im Besonderen prägnant und allgemeingültig auf den Punkt? Nein, tut es nicht. Wirklich nicht.

Allerdings ist es müller wohl einmal mehr gelungen, ein komplexes thematisches Geflecht aus Kultur, Politik, Alltag, künstlicher Intelligenz, Hochfinanz, Tierhaltung, Ontologie, Sport, Verbrechen und Raumfahrt zu erzeugen und damit der geneigten Gesellschaft verlässlich auf den Lebensnerv zu gehen.

Auch nicht? Nun, dann vielleicht ein andermal.